Erster Mai mit dem Lauftreff

Auf dem offiziellen Burgenweg des Schwäbischen Albvereins von Reutlingen nach Obermarchtal liegen 25 Burgen.

Es gibt aber noch viel mehr Burgen und Ruinen auf der Schwäbischen Alb. Drei davon waren am Freitag Ziele der Ersten-Mai-Wanderung des Lauftreffs.

Burgen haben es an sich, dass sie auf Bergen und Kuppen gebaut wurden, um den besseren Überblick zu haben. Dies bedeutet aber, dass von Burg zu Burg meistens ein Tal durchquert werden muss und dies obwohl man sich auf der Albhochfläche befindet.

Fast jede Ortschaft hat eine Burg. Eine besondere hat der Ort Stetten unter Holstein. Wer am Freitag dabei war, weiß jetzt woher der Begriff „Unter Holstein“ kommt.

Stetten selbst ist mit seinem Maimarkt und Maibäumen für die Liebste ein Hotspot. Sind doch auf kurzer Distanz drei Maibäume von Jungs gestellt. In Größe und Schmuck wäre Gomaringen stolz, solch einen Baum zu haben. Um so einen Baum unentdeckt stellen zu können, schickt man die Liebste zu Ikea und ins Outlet. Dann hat man genügend Zeit.

An der Erpf und der Lauchert entlang zeigt sich deutlich die lange Trockenphase. Leider hatte auch die Albvereinshütte in Melchingen eine extreme Trockenphase, so dass schnurstracks der Weg zurück eingeschlagen wurde, um dann im Gomaringer Schloss den Durst löschen zu können.

Jodelwanderung 2.0

Ein ganz besonderes Angebot gab es am Sonntagnachmittag bei der Albvereinsgruppe Gomaringen.

So besonders, dass

  • Teilnehmende sogar aus dem Remstal, von Ludwigsburg und Ulm nach Gomaringen anreisten.
  • außer dem Tourbegleiter niemand aus Gomaringen dabei war.
  • hauptsächlich Liedgut aus Tiroler Regionen angestimmt wurde.
  • ein Jodler, der auf Borkum entstand, mit viel Feingefühl vorgetragen wurde.
  • auf dem Kirchholz mit Inbrunst ein Juchitzer ins Streuobstparadies hinausgerufen wurde.

 

 

  • auf dem Hummelberg vergeblich ein Schattenplatz gesucht wurde.
  • sich eine Firma im Gomaringer Industriegebiet wahrscheinlich wundern wird, wenn sie die Bilder ihrer Überwachungskamera vom Sonntag auswertet.
  • die Veranstaltung im Schlosshof mit einer Südtiroler Marende, edlen Tropfen und dem Südtiroler Heimatlied einen gebührenden Abschluss fand.

 

A ganz a fescher Buam

 

Yoga und Wandern 5.0

Zum fünften Mal war die VHS und der Albverein yogaübend und wandernd gemeinsam unterwegs.

In unwegsamem Gelände sind Yogaübungen doppelt knifflig, da manchmal der richtig feste Stand nicht gegeben ist und zusätzliche Koordination erforderlich ist.

Es ist aber wunderschön, wenn die Meisen pfeifen, der Zilpzalp zilpzalpt und der Specht hämmert und der Körper sich um die Mittagszeit wie eine Mondsichel biegt.

Ein besonderer Genuss ist, wenn sich im schwäbischen Streuobstparadies die Palme im Wind wiegt und sich zur Sonne öffnet oder der Adler mit seinen weiten Schwüngen um das Biotop Kreise zieht.

Auch Yoga passt sich den unruhigen Zeiten an. Der Krieger wurde abgesetzt und zum Helden umfunktioniert. Die Übung an sich blieb aber gleich und dehnt weiterhin die Beine und den Oberkörper.

Wenn dann darüber noch hunderttausende Apfelblüten blühen, gibt dies noch zusätzliche Energie und lädt zum tiefen Einatmen ein.

Wer es zulässt, kann sogar über die Fußsohlen einatmen und dann von unten nach oben die Energie spüren. Wahrlich eine ungewöhnliche Wohltat.

Da die Natur so viel gibt, gibt man ihr auch gerne zum Schluss wieder eine imaginäre Kugel Energie zurück.

Aber die Kugel aus Schokolade, landet dagegen im Mund.

Urschel – Pfulben – Remmsele – Haule – Pelzmichel

Vergangenen Sonntag begaben sich sieben Nachtfräulein in weißen Gewändern und roten Socken auf den mystischen Weg rund um den Berg der Urschel. Sie wurden begleitet vom Grafen und vom Haule vom Selchental.

Für den Aufstieg über die alte Hofsteige mussten sie, je ein Remmsele in die offene Hand der Urschel legen. So geschützt ging es ohne Regen hinauf zum Emmenberg.

Am Uhufelsen erforderte das Klappersteigle Geschick und Aufmerksamkeit. Kaum vorstellbar, dass früher dort Kuhgespanne rauf und runtergefahren sind. Jedoch mit dem festen Glauben an die Urschel, die die Bauersleute auf Ihren Wegen durch die Pfullinger Wälder fürsorglich begleitet, ging es aber wohl schon.

Am Mädlesfelsen genossen die Nachtfräulein die Aussicht in die Nebelsuppe. Der Graf legte sich für ein kleines Nickerchen seinen Pfulben unter den Kopf und der Haule, legte sich seinen Kopf zurecht, den er die ganze Zeit unter dem Arm trug, weil ihm die Urschel eine Strafe auferlegt hatte.

Da sich die Nachtfräulein im nahen Wirtshaus eine Kaffeepause gönnten, ließ Urschel auf dem Rückweg die Schleusen am Himmel öffnen, den Nebel tiefer sinken und die Temperatur in den Keller fallen.

Auch das Waldmännle und der Pelzmichel setzte die Urschel auf die Damen an.

Die waren aber flink und stahlen der Urschel ihre drei goldenen Schlüssel für die versunkenen Schlösser im Urschelberg.

Und welch ein Wunder – die Schlüssel passten zu den Droschken am nahegelegenen Waldrand.

Via Dolorosa 2026

In Wikipedia kann man lesen:

„Der Karfreitag gehört zu den sogenannten stillen Tagen, an dem verschiedene öffentliche Veranstaltungen verboten sind, etwa sportliche Veranstaltungen, solche in Räumen mit Schankbetrieb und alle sonstigen öffentlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung.

Außer wenn sie der geistig-seelischen Erhebung dienen und auf den ernsten Charakter des Tages Rücksicht nehmen.“

Auf die Via Dolorosa der Albvereinsgruppe Gomaringen passt diese Beschreibung wunderbar.

Wer sich morgens kurz vor halb acht auf den Kreuzweg hinauf zur Salmendinger Kapelle begibt und mittags um vier von der Wurmlinger Kapelle den Kreuzweg hinunterschlendert, hat in den gut 30 Kilometern dazwischen viele geistig-seelische Erhebungen, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem werden lassen.

Seien es:

  • die Schneefelder auf der winterlichen Alb
  • die startende Blüte im Streuobstparadies
  • der wohlduftende Cappuccino in der Bäckerei
  • die matschigen Wegpassagen
  • die Anwesen der Damen und Herren von Tessin
  • das unverhoffte Tiramisu an der Hauptstraße
  • das lila Blütenmeer am Wegesrand
  • der meditative Genuss einer Schokolade
  • die Sektbar im Kofferraum
  • und dazwischen jede Menge Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen über Gott und die Welt.

 

Ein Karfreitag, der auf jeden Fall in positiver Erinnerung bleibt.

„Nun, da sich der Vorhang der Nacht von der Bühne hebt, kann das Spiel beginnen.“

So könnte man mit den Worten der „Fantastischen Vier“ auch den Start des Abends im Tropenhaus des botanischen Gartens beschreiben.

Bei lausiger Kälte draußen, eröffnete sich uns feuchttropische Luft im Innern des riesigen Gewächshauses.

Im Dunkeln stehend riecht man die dicke Luft und hört ein abwechslungsreiches Pfeifen.

Dieses Pfeifen ist beeindruckend und man fragt sich:

„Wo sind die Vögel?“. Sind die überhaupt echt?

Die Töne klingen so rein wie aus der Musikbox.

Annie, unsere gebuchte Botanikerin, klärte uns auf. Es sind gar keine Vögel, die da pfeifen. Es sind, und das ist kein Witz, Frösche, die wenn die Nacht hereinbricht, ihr Pfeifen beginnen.

Wer Glück hat, kann sogar die Frösche beobachten. Und wir hatten Glück.

Sehr beindruckend waren aber auch die vielen Pflanzen.

Ob Bambus, Banane, Chili, Kaffee, Mango oder Kaugummibaum.

Der Bambus wächst ziemlich schnell. Ein Kind der Gruppe brauchte für 130 cm acht Jahre, der Bambus nur drei Tage.

Viele spannende Dinge zeigte uns Annie. Die Stunde für die Führung verging wie im Flug.

Zum Schluss ging es noch zum Kakaobaum mit großen gelben Früchten direkt am Stamm und einem Geschmackstest von einer 95-prozentigen Schokolade.

Ein Gaumenschmaus war diese für wenige und es stellt sich die Frage, wie der Mensch darauf gekommen ist, dieses bittere Zeug lecker zu machen.

Hier noch eine Hörprobe der pfeifenden Frösche

 

Rückblick Märzenbecherwanderung

Das Wunder der Märzenbecher

  • immer im März beginnend
  • immer an denselben Stellen
  • immer in felsigen Tälern am Rande der Alb
  • immer auf der Schattenseite
  • immer noch mehr
  • immer noch größer

 

  • immer geheimnisvoll
  • immer beeindruckend
  • immer in Begleitung von Kelchbecherling und Seidelbast
  • immer in der Nachbarschaft von Ameisen
  • immer schön anzusehen
  • immer im März endend

Auch dieses Jahr wieder

Rückblick Lauchertsee

Tief in die Kuppenalblandschaft hat sich die Seckach bei Mägerkingen eingeschnitten und mündet kurz nach dem Lauchertsee in die Lauchert.

Um diese Schwemmlandschaft, in der sich natürlich auch der Biber niedergelassen hat, zu bestaunen, mussten zuerst einige Höhenmeter überwunden werden.

Nach dem „Warmlaufen“ an der gut gefüllten Seckach entlang, war die „Neue Steige“ mit ihren alten Häusern die erste Herausforderung auf dem Weg zum Neuban.

Über mehrere Kaskaden mal gemäßigt, mal auch etwas steiler wurde die mit einer Wacholderheide und Weidebuchen bestückte Kuppe auf 811 Meter erreicht.

Dort wartete die nächste Herausforderung, nämlich die Auswahl des Abendessens aus der kleinen Karte des Gasthauses.

Vom höchsten Punkt ging es dann leicht wellig hinab zum eingangs erwähnten Biberparadies.

Just im Moment der Ankunft dort, zogen zwei stolze Schwäne, wie bei einer Windjammerparade, an der Gruppe vorbei.

Die Sonne war bereits hinter den Kuppen verschwunden und die Temperatur ging in den Keller.

Welch ein Glück, das Gasthaus war nicht mehr weit.

Rückblick Winterwanderung 2026

Am vergangenen Sonntag ging es in Kooperation mit dem Lauftreff in das Land, wo aus Eiern, Mehl und Grieß Gold gemacht wird.

Eine Art Silicon Valley auf der Kuppenalb.

Zwischen den vielen kleinen und auch größeren Kuppen, die nicht selten mit Kiefern bestückt sind, schlängeln sich viele Täler ohne einen Wasserlauf. Und dies trotz Dauerregen und Schneeschmelze am Vortag. Manchmal frägt man sich schon, wie inkontinent die Alb doch sein kann.

Und dann stößt man unverhofft auf einen Froschteich mitten im Nirgendwo. Ein idyllisches Naturschutzgebiet, so scheint es. Tatsächlich wurde aber an dieser Stelle erfolglos nach Öl gebohrt und beim Verlassen der löchrige Albboden so verdichtet, dass an dieser Stelle das Wasser nicht verschwindet.

Mitten im Wald, wird an einer Hütte für das Bauen mit Holz geworben, es sei günstig und gesund. Vielleicht würde es Sinn machen, diese Werbung an der viel befahrenen Bundestraße anzubringen, die die Täler von der Marienkapelle trennt.

Das Glöcklein dort, hatte Freude daran, dass der Messdiener die Leine zog und sich so sein Klang über die Kuppenalb legte.

Der Schluss der Tour gehörte aber dem Alb-Gold. Eine Location mit hohem Bekanntheitsgrad, wo es gewalzte goldene Bänder in Breiten von 4 bis 20 mm gibt.

Ein wahres „El Dorado“.