Die Steinlachtäler-Apfelsaft-Produkte sind hier in der Region sehr bekannt, aber

den Kirchholzer Apfelsaft kennen nur wenige.

Nämlich nur diejenigen, die am vergangenen Sonntag mit der Albvereinsgruppe Gomaringen unterwegs waren.

Gerade mal 10 Minuten zu Fuß vom Gomaringer ZOB entfernt, liegen die Streuobstwiesen des Kirchholz.

Und dort war am Sonntagnachmittag eine mobile Mosterei aufgebaut.

Aber auf dem Weg vom Apfel bis zum Saft, heißt es richtig anpacken. Dabei lassen sich die Äpfel

  • vom Baum fallen, wenn die Bäume geschüttelt werden
  • Auflesen bzw. Rollblitzen
  • in einem kühlen Bad Waschen
  • Kleinschneiden
  • Entwurmen, damit veganer Saft entsteht
  • Häckseln damit die Presse es einfacher hat
  • in ein feuchtes Tuch einwickeln

 

Und dann passiert es. Von oben wird auf die gehäckselten Äpfel Druck ausgeübt, so dass diese so sehr ins Schwitzen kommen, dass ihr sattoranger Schweiß am unteren Ende herausquillt. Dieser Schweiß wird abgefangen und in Falschen abgefüllt.

Und ob du es glaubst oder nicht, frischer Apfelschweiß schmeckt lecker.

Wanderung Long Promenade de Stuttgart mit vielen Stäffele / 07.09.2024

An diesem Samstag wurde die Kehrwoche einfach mal ausgelassen, dafür ging es bei sonnigem Wetter für einen Kurzurlaub in die Landeshauptstadt, um einige Highlights zu erkunden. Das erste Highlight war die Schillereiche am Bopserhang die vor rund 170 Jahren zum Gedenken an Friedrich Schiller gepflanzt wurde. Die Aussicht auf den gesamten Talkessel bis zum Birkenkopf war geradezu grandios.

Wenige Meter später erreichte die Wandergruppe das Highlight Nr. 2, das romantische Teehaus im Weißenburgpark mit dem Marmorsaal, auf dessen Dach die feinen Herrschaften früher Tennis spielten.

Weiter ging´s immer schön am Hang entlang durch eines der noblen Wohnviertel der Stuttgarter High Society. Und hier gab´s so einiges zu staunen, reihten sich doch moderne Architektur und Backsteinschönheiten aus der Jahrhundertwende aneinander und sonnten sich in der Vormittagssonne.

Highlight Nr. 3 erwartete uns auf der Uhlandhöhe mit der ältesten Sternwarte Deutschlands. Wenn man oben ist, muss man erfahrungsgemäß auch wieder runter und so landeten wir im Schlosspark, der nahtlos in den Rosensteinpark übergeht, wo Highlight Nr. 4 stand, Schloss Rosenstein.

Schlosspark wie auch Rosensteinpark stehen teilweise unter Denkmalschutz. Die Parks sind geprägt von historischen Relikten wie alte Bäume, Alleen, Wasserspiele sowie einem weiten Netz aus Wegen. Und so tauchten wir in die Schönheit der Natur ein bis wir am Killesberg, unserm Highlight Nr. 5 rauskamen. Auch hier gab es viel zu gucken, vor allem vom Killesbergturm aus.

Highlight Nr. 6 war der Bismarktum, der zu Ehren Reichskanzler Otto v. Bismark erbaut wurde. In der Zwischenzeit stand die Sonne hoch am Zenit. Gut, dass die zweite Hälfte unserer Wanderung nun im Stadtwald verlief, der uns kühlen Schatten spendete. Highlight Nr. 7, die Standseilbahn von 1929, beförderte uns vom Südheimer Platz in Heslach in einem Original Teakholz-Wagen hinauf zum Waldfriedhof, ein wirklich schönes Erlebnis.

Die letzten Meter zum letzten Highlight Nr. 8, dem Santiago de Chile Platz, verliefen, wer hätte es gedacht, durch das nächste noble Wohnviertel von Stuttgart, welches mitten im Weinberg liegt. So bestaunten wir rechts die prächtigen Villen der Reichen & Schönen und links die Rebstöcke in der steilen Hanglage. Am Santiago de Chile Platz ließen wir unseren Blick ein letztes Mal über Stuttgart schweifen und beendeten unseren Kurzurlaub mit 27 Kilometern und ca. 630 Höhenmetern.

Nächsten Samstag ist dann wieder Kehrwoche angesagt.

Wann ist wohl die beste Zeit für ein Ferienprogramm?

Klar, in den Ferien natürlich.

Wenn die Ferien aber sechs Wochen dauern, kann man sich wohl fragen, ob am Anfang, in der Mitte oder am Ende.

Dieses Jahr haben wir zusammen mit der VHS auf das Ende der Ferien spekuliert.

Das Risiko im September das richtige Wetter für eine Bachwanderung zu bekommen, haben wir auf uns genommen und Glück gehabt. Die Sonne strahlte vom Himmel, der Wasserstand niedrig. Also optimale Voraussetzungen.

Die Kosten für die Teilnahme wurden auf Null reduziert.

Der Zeitrahmen mit zwei Stunden schien überschaubar.

Aus Veranstaltersicht sollte man meinen, dass das Angebot schnell ausgebucht sein müsste.

Aber es kam anders:

Von den angemeldeten Teilnehmenden kamen nur die Hälfte. Die anderen fehlten unentschuldigt. Eigentlich schade.

So war unser diesjähriges Ferienprogramm bei zwei Teilnehmenden eine eins zu eins Betreuung.

Dies hatte aber auch Vorteile:

  • Die Gruppe war übersichtlich
  • Wir sind viel weiter die Wiesaz bachabwärts gewandert als jemals zuvor
  • Wir konnten wie Archäologen auf Schatzsuche gehen und es wurden auch einige Schätze gefunden.
  • Ein Brett diente als Arche zur Aufnahme der Schätze.

 

Und der Kapitän hieß, das ist kein Witz: NOAH.

Nuff-Ra für Anfänger

Am Sonntag wurde mal wieder ein neues Format ausprobiert.

Wem die bisherigen Distanzen und Höhenmeter der Nuff-Ra-Wanderungen mit Stephes zu viel waren, konnte bei dieser Wanderung reinschnuppern, wie sich wohl eine richtige Nuff-Ra-Wanderung anfühlt.

Zu Beginn die Aufwärmphase durch Weinberge und Obstbaumwiesen mit fast reifen Früchten ein Genuss.

Der erste Abstieg durch den Urwald erforderte schon etwas Geschick, da aufgrund des Regens der Weg rutschig geworden war.

Der darauffolgende Aufstieg erinnerte manche Teilnehmende an die Eiger-Nordwand mit dem Unterschied, dass Seil und Haken nicht zur Verfügung standen. So manch unschönes Wort begleitete die Kletterpassage. Aber oben angekommen und der Weitblick zum Roßberg ließ die Strapazen bald wieder vergessen.

Zwei Drittel der Gruppe hatte noch den kostenlosen Besuch des ehemaligen Tübinger Zoos gebucht. Ein Weg, bei dem die Literatur meint, dass dieser nicht zu empfehlen ist.

Der Rückweg, grenzwertig zwischen Württemberg und Vorderösterreich, auf einem im Jahre 1911 vom Verschönerungsverein Tübingen hergestellten Weg, welcher sich seither jedoch im Dornröschenschlaf befindet, war märchenhaft.

Zurück zwischen Neckar und Maisfeldern wo der Weg von Biberpfaden durchkreuzt wird.

Die Schlussetappe führte an der „Berliner Mauer“ im Neckartal entlang. Quasi auf dem Todesstreifen.

Was für ein abwechslungsreicher Nachmittag.

Mit dem Fahrrad zum Filsenbergfest 2024

Die Wettervorhersage für den dritten Sonntag im August war deprimierend. Das tatsächliche Wetter am Filsenbergfest-Sonntag war es ebenso.

Daher war das Interesse mit dem Fahrrad auf den Filsenberg zu fahren sehr eingeschränkt.

Kurzerhand wurden die Fahrräder abgestellt und das allseits beliebte Auto brachte die Gruppe an den Ortsrand von Willmandingen. Von dort führt ein mit Schirm begehbarer Weg zum Filsenberg.

Unglaublich aber wahr, die Öschinger Albvereinsgruppe hatte trotz widriger Umstände das komplette Filsenbergfestprogramm aufgefahren.

  • Gottesdienst
  • Steaks und Rote vom Grill
  • kalte und warme Getränke
  • Kuchen aus Öschinger Küchen
  • und sogar eine Spielstraße für Kinder.

 

Hut ab liebe Öschinger, das war Premium.

Am dritten Sonntag im August 2025 werden wir den nächsten Versuch starten, mit dem Fahrrad zum Filsenbergfest zu kommen.

Unterwegs auf unbekannten Wegen

Wieder mal lud Stephes zu einer Wanderung auf unbekannten Wegen ein.

Ziel war die Waldbadewanne, gibt es etwas Passenderes bei gut 30 °C?

Auf der Strecke gab es nicht nur unbekannte Wege, sondern auch unbekannte Spielplätze. Es gab nicht nur Spielplätze für Menschen sondern auch Spielplätze für Wildschweine.

Alle im schattigen Wald ohne Sonnenbrandgefahr. Trotzdem waren fast alle Plätze menschen- bzw. schweineleer und so wurde niemand durch den Besuch gestört.

Ob wohl Grillen bei hitzigen Temperaturen die beste Wahl ist?

Natürlich, wenn das Feuer schon brennt und die Feuerstelle im Schatten liegt. Da kamen außer den Teilnehmenden auch die Würste zum Schwitzen.

Was gäbe man für ein Bad in der Waldbadewanne, wenn da nicht so viele Leute wären, die zuschauen.

So blieb die Wanne leer und der Rückweg gestaltete sich schattig bis an den Gomaringer Ortsrand.

Aber die Aussicht auf ein Eis im Eiscafé am Schloss gab Kraft für die letzten Meter.

Baierschbronner Tonbachsteig – ein Genuss

Eine tolle Idee, mal nicht auf die Alb und nicht in den Schönbuch, sondern in den Nationalpark Nordschwarzwald nach Tonbach.

Nicht mit dem Guide Michelin sondern mit Susanne Ziefle auf den Spuren der Köhler und Flößer unterwegs.

Ein Genussweg mit mindestens drei Sternen.

Mit verwunschenen Pfaden im sich selbst überlassenen Wald, wo Auerhahn, Rothirsch und Wolf zu Hause sind.

Wunderschön zubereitet und serviert in einem Auf und Ab durch moosüberzogene Hänge und mit Farnen in allen möglichen Grünschattierungen gespickt.

Ein Salbeofen als Amuse Gueule aus der Küche.

Den Genussplatz als Vorspeise mit Blick auf Baierschbronn garniert.

Ein gedeckter runder tonnenschwerer Steintisch am Abgrund mit Seeblick als Hauptspeise.

Zeitlich gut abgestimmt serviert.

In der Pause bis zum Dessert zeigte sich der überzwerche Berg und ein kapitaler Hirsch, der Lust auf einen zweiten Hauptgang machte, natürlich mit Spätzle und Kartoffelsalat.

Das Dessert – der Gipfel des Genusses – Schwarzwälder-Kirsch-Torte aus der Traube Tonbach.

So schön! Du warst nicht dabei? Nächstes Jahr folgt Teil zwei.

Rückblick auf unsere Bergtour 2024 von Hütte zu Hütte im Lechtal

Freitag, pünktlich um 7 Uhr, trafen sich die Berggämsen, um gemeinsam ein schönes Bergwochenende in den Lechtaler Alpen zu verbringen. Im Gepäck hatten sie jede Menge gute Laune und Sonnenschein.

Ausgangspunkt der Tour war Elbigenalb, hier schnürte die Gruppe die Wanderstiefel, schulterte die Rucksäcke und machte sich auf zum Tagesziel, die Hermann v. Barth Hütte (2129 hm).

Bereits nach wenigen hundert Meter tauchten wir in die schöne Bergwelt der Lechtaler Alpen ein und ließen den Alltag hinter uns. Begleitet wurden wir von der Sonne, einem lauen Lüftchen und dem plätschern des Gebirgsbachs. Der Aufstieg mit seinen über 1000 Höhenmeter war nicht ganz ohne und so gab´s zwischendurch immer mal wieder kleine Verschnaufpausen. Am Abend wurden wir mit einem traumhaften Alpenglühen belohnt.

Am Samstag stand eine lange Etappe an. Das Wetter war dazu gerade ideal, leicht bewölkt und windstill. Im Gänsemarsch wanderten wir in Richtung Krottenkopfscharte 2350 hm. Zwischen Hütte und Scharte lagen ca. 4,0 Std. Gehzeit und so einige Herausforderungen wie z.B. seilversichterte Kletterpassagen, Schneefelder die es zu queren galt, steile Anstiege und der Herrmanskarsee. Der leider zum größten Teil noch zugefroren war und sich somit nicht für ein kühles Bad eignete.

Oben an der Krottenkopfscharte angekommen, genoss die Gruppe den traumhaften Panoramablick, bevor es an den Abstieg ging. Leider war dieser Weg das Opfer des Permafrosts und der Erosion, die hier volle Arbeit geleistet haben und so war ganzer Körpereinsatz und Koordination gefordert.

Am Talboden angekommen bogen wir links ab und umrundeten die Ramstallspitze. Ab hier war der Weg dann, wie man sich einen Bergweg wünscht. Eingerahmt in sattgrüne Bergwiesen mit einer bunten Blumenvielfalt und knallroten Bergazaleen. Auch die Herausforderungen wurden weniger. Es gab noch eine größere Kletterpasse bevor es auf einem Grasweg weiter in Richtung Mutte ging. Nach ca. 8 Std., 850 hm im Aufstieg und 1050 hm im Abstieg genossen wir auf der Sonnenterasse der Bernhardseckhütte (1812m) Tiroler Köstlichkeiten.

Am Sonntagmorgen konnte sich die Gruppe Zeit nehmen um gemütlich in der Morgensonne zu frühstücken, da der Abstieg zum Ausgangspunt mit 1:45 Std. angegeben war.

In Gedanken bin ich bei Euch

Liebe Gomaringer,

als ich Anfang November 2017 nach Gomaringen zog, begrüßtet Ihr mich und kamt, trotz widrigsten klimatischen Bedingungen zu einem kleinen Umtrunk vorbei. Sogar der Bürgermeister und der jetzige Oberbürgermeister von Reutlingen statteten mir einen Besuch ab.

Im April 2018 besuchten mich die Wiesaztäler auf Ihrer ersten gemeinsamen Wanderung. Was für eine schöne Idee, sich zusammen auf den Weg zu machen.

Im August des selben Jahres kamen fünf Kinder und drei Omas zum Jodeln. Ach was haben wir gelacht und Krach gemacht.

Im Juni 2019 zogen in der Nachbarschaft zwei gebogene Gesellen und ein heißes Eisen ein. Als die drei einzogen, kam gefühlt das halbe Dorf. Naja es gab ja auch Freigetränke und Freiwürste. Klar, dass hier auch der Bürgermeister nicht fehlen durfte.

Im Jahr 2020 kam Corona auf die Welt und schneller als gedacht auch in meine Nachbarschaft. Corona war fies, denn sie kam unscheinbar daher und wenn nicht aufgepasst wurde, schlug sie zu. Trotzdem oder gerade deswegen habt Ihr Gomaringer in dieser Zeit sehr oft bei mir vorbeigeschaut, denn es gab genügend Platz, um Abstand zu halten.

Im Mai 2021 erfreute ich mich über einen neuen Nachbarn mit Ecken und Kanten. Er war derjenige, der darauf geachtet hat, dass in der Nachbarschaft der Müll zusammengeräumt wurde. Leider ist der Kerl sehr jung gestorben.

Corona hat dazu geführt, dass ab 2021 jeweils am 2. Advent der Belzmichl bei mir Station machte. Immer hatte er eine Süßigkeit in seinem Sack für mich dabei.

Im Februar 2022 ließ es eine besondere Wetterlage zu, dass ich, als ich aus dem Fenster schaute, nur die obersten beiden Geschosse des Naturana-Hochhauses über dem Nebel erblickte. Wirklich einmalig.

Im April 2023 besuchten mich Yogis. Das sind Menschen, die auf Ihren Atem achten und dabei kunstvolle Übungen machen. Bei manchen hat das etwas lustig ausgesehen.

Im Oktober 2023 wurde es laut in meinem Hof. Fünf Jungs aus Derendingen packten ihre Alphörner aus und spielten auf. Das war Gänsehaut pur.

Dieses Jahr im März kam Annette Krause mit ihrem Kamerateam vorbei, denn es hat sich wohl herumgesprochen, dass unser Wohnviertel sehr attraktiv sei.

Wenn Du mal im Fernsehen kommst, dann strömen die Leute. Tatsächlich kamen und kommen sehr viele Menschen vorbei um unser Viertel zu genießen und für ihren Instakanal Fotos zu machen.

Schlussendlich waren es am Ende zu viel.

Mein Nachbar, das heiße Eisen, wurde mit Farbe beschmiert, dem Nachbarn, der nach dem Müll geschaut hat, haben sie den Kopf abgerissen und dass es keiner bemerkt, den Leichnam sofort verbrannt.

Die beiden gebogenen Gesellen aus der Nachbarschaft, müssen sich immer mehr, gegen Farb-, Säge- und Kleberangriffe zur Wehr setzen.

Da fragte ich mich schon, ob dieses Viertel so noch lange existieren wird.

Ich hatte den Gedanken noch nicht ausgedacht, schon wurde ich um die Ecke gebracht.

Trotz allem – schön war die Zeit!

Eure Peilscheibe