Erster Mai 2025

Seit 15 Jahren gibt es die Albstädter Traufgänge. Die Wiesenrunde ist im Prospekt der letzte Traufgang. Trotzdem ist diese Runde sehr zu empfehlen.

Vor allem im späten Frühling, wenn auch auf Alb-Halb-Höhe die Obstbäume in Sachen Blüte alles geben.

Bevor man die Runde startet lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Eyachquelle. Die Eyach gräbt langsam aber stetig, der Donau das Wasser ab, denn die Europäische Wasserscheide ist nicht mal einen halben Kilometer entfernt.

Die Wiesenrunde beginnt in Uhrzeigerrichtung erst mal moderat mit dem Wünschberg und dem Abstieg durch das Wünschtal, sofern man am Zitterhof startet. Blühende Obstbäume säumten den Weg, der sich unterhalb eines ehemaligen Bergrutsches entlangschlängelt.

Der „Chriese-Weg“, eigentlich der „Kirschenweg“, gleicht eher einem „Krisen-Weg“, denn er führt steil zum Irrenberg hinauf. Kirschen waren aber Fehlanzeige.

Der Aufstieg lohnte sich, denn auf den Magerwiesen begrüßten Schlüsselblumen, Knabenkräuter und Esparsette die Wandernden.

Am Osthang des Irrenbergs zeigte sich die Wiesenrunde als richtiger Traufgang mit Traumblick auf die Zollernburg.

Auf der Schlussetappe lohnte sich noch ein kleiner Umweg zum Hofladen aufm Berg, denn dort gab es wirklich für alle ein Eis.

Jodelwanderung – der erste Versuch

Letzten Sonntagnachmittag erschallten nicht alltägliche Melodien über Gomaringen. Denn eine Gruppe Sangesfreudiger ließ sich auf die erste Jodelwanderung des Albvereins ein.

Unter der fachkundigen Anleitung von Christoph Achmüller lernten die Sangesfeudigen, wie man jodelt und fast noch wichtiger wie man juchitzt. Und das alles in entspannter Atmosphäre im Gomaringer Streuobstparadies.

Immer wieder wurde Halt gemacht, um das Geübte zu festigen oder aber um ein Ständchen für die Menschen am Wegesrand zu geben.

Dabei kam das Zeitmanagement an seine Grenzen und so musste der Rückweg direkt und ohne Jodelpausen bewältigt werden.

Denn im inneren Schlosshof erwartete die Sangesfreudigen eine original Südtiroler Marende. Mit Käse, Speck, Kaminwurz, Schüttelbrot. Was für ein Schmaus.

Und zwischendrin wurde immer wieder gejuchzt, gesungen und gejodelt.

Als Zugabe rezitierte Christoph noch die Geschichte vom Murmelchen und dem Adler.

Auch das war ein Genuss.

Ein Dutzend Kinder

und genauso viele Erwachsene sind am Sonntag früh aufgestanden, um dem Vogelgezwitscher im Wald zu lauschen. Denn morgens geben die gefiederten Sänger alles.

Fünf Minuten hinsitzen, still zu sein und zu hören ist in der heutigen Zeit gar keine so leichte Aufgabe.

Auch beim Gehen zu lauschen, wie hört sich Gehen auf Schotter, auf Moos, im Matsch oder Barfuß oder beides zusammen an, war eine Herausforderung. Nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Füße, da die Bodentemperatur noch im unteren einstelligen Bereich lag.

Eine Überraschung war, dass mitten auf einem Rückeweg ein Bilderrahmen ohne Bild lag. Den Rahmen so leer liegen lassen geht ja gar nicht, also wurde mit allerhand unterschiedlichem Grün aus dem Wald ein „Farbverlaufbild“ von Hellgrün bis Dunkelgrün „gemalt“. Jemand war so mutig und hat eine Brennessel gepflückt und in das Bild eingefügt.

Man hätte das Bild auch mit Weinbergschnecken malen können, denn die waren an diesem Sonntagmorgen schon fleißig unterwegs.

Es war eine gute Idee aufzustehen und in den Wald zu gehen.

Entdeckungsreise auf dem Westweg

125 Jahre gibt es den Westweg schon. Der Weg, der von Pforzheim durch den ganzen Schwarzwald bis nach Basel führt und keine Höhen auslässt.

Johannes Schweikle hat ein Buch nicht über sondern zum Westweg geschrieben.

Er nahm sich die Zeit und las im Gomaringer Schloss aus diesem Buch.

Seine Geschichten sind so unterschiedlich, wie man es sich kaum vorstellen kann.

Ob über den Wolf, den ehemaligen Olympiasieger, die Nobelhotels aus besseren Zeiten, den 3-Sterne-Koch oder das Nationalparkzentrum am Ruhestein.

Selbstverständlich kommt die Natur des Schwarzwalds in diesem Buch nicht zu kurz. Die zeigt sich in all Ihrer Schönheit in den Bildern von Daniel Keyerleber, der mit Johannes Schweikle den Westweg gewandert ist und das in allen Jahreszeiten. Im Winter sogar mit Langlaufski.

Die Begegnungen mit Menschen, die man so nur beim Wandern macht, werden nebenbei, wie eine Art Zugabe, erzählt.

Der Abend und das Buch machten Lust auf den Schwarzwald, ob auf dem Westweg oder anderswo.

Via Dolorosa 2025

Dieses Mal führte die Via Dolorosa durch drei Klimazonen von knapp 900 Metern Höhe bis zum tiefsten Punkt bei ungefähr 320 Metern Höhe.

Der Start war in der Subpolarzone bei Temperaturen fast um den Gefrierpunkt, Nebel, starkem Wind und leichtem Regen. Für den Start suboptimal. Da war es gerade recht, dass gleich zu Anfang der Anstieg zur Kapelle anstand. Oben bei der Kapelle war dann beinahe die Polarzone erreicht.

Ein kleines Loch im Nebel zeigte, dass es in einiger Entfernung auf der Via Dolorosa besseres Wetter geben wird. Trotzdem mussten die ersten Kilometer im frostigen Bereich überwunden werden.

Nach gut 10 Kilometer war dann die zweite Klimazone, die gemäßigte Zone, erreicht. Diese Zone zeigte sich von ihrer freundlichen Seite mit einigen Sonnenstrahlen und einer geöffneten Bäckerei. Trotzdem dachte niemand an ein Kaltgetränk. Eine heiße Tasse Kaffee war hier der Renner.

Aufgewärmt und gestärkt waren die Höhen des Rammerts das nächste Ziel. Ein genialer Weitblick auf die Alb tat sich auf. Vom Hoheneuffen bis zur Zollernburg. Eine Mittagsrast mit Blick auf Gomaringen gibt es auch nicht alle Tage.

In Kilchberg war dann die dritte Klimazone, die Subtropen, erreicht. Der Freiherr von Tessin hatte sein Tor nicht richtig abgeschlossen. Diese Chance wurde genutzt und in den Schlossgarten samt Orangerie gespickelt.

Die wärmenden Sonnenstrahlen am Neckarufer waren Balsam.

Das Ziel der drobenstehenden Kapelle kam näher. Beim Aufstieg wurden auf kurzer Distanz die drei Klimazonen nochmals durchschritten. So endete die Via Dolorosa fast wie sie angefangen hatte. Mit kalten Temperaturen und starkem Wind.

Einen Unterschied gab es aber, denn zum Schluss wurde ein Sekt aus der improvisierten Kofferraumbar ausgeschenkt.

Feierabendwanderung auf den Roßberg

Am vergangenen Freitag war die erste Feierabendwanderung der Albvereinsgruppe Gönningen.

Das Ziel der Roßberg vor Augen ging es zuerst andächtig über den noch rar mit Tulpen übersäten Friedhof.

Der erste Anstieg bis zum Schützenhaus, zeigte deutlich, dass die Feierabendwanderung kein Spaziergang ist. Als dann noch auf den Premiumweg „hochgehkämpft“ abgebogen wurde war es vollends allen klar.

Die Freude war groß den frisch gestrichen Roßbergturm und das kühlende Getränk auf dem Tisch aus der Nähe anzuschauen.

Eine besondere Programmeinlage bot die Sonne, die glühend rot gegen 20 Uhr hinterm Schwarzwald unterging. Immer wieder besonders.

Auf dem Rückweg in der Dunkelheit wurde noch ein kleines Wohnmobildorf gestreift bevor es auf gutem Untergrund nur noch abwärts ging.

Ein außerordentlich gelungener Saisonauftakt.

Wir haben den Frühling gesucht und gefunden

Noch besser, wir konnten den Frühling sehen, fühlen, riechen, hören und schmecken.

Gleich zu Beginn wurden wir mit Vogelgezwitscher empfangen.

Mit dem Stethoskop an der Rinde erklang das Rauschen des Wassers im Baum.

Das Wasser im Baum konnte man auch sehen und trinken. Einmal ein kurzer Schnitt am Ast oder eine kleine Bohrung in die Rinde und das Wasser läuft heraus. Das Wasser der Birke schmeckte wesentlich besser als das der Buche.

Natürlich konnte man den Frühling auch riechen. Zum Beispiel an den Schlüsselblumen und am Bärlauch.

Fühlen ging auch, nämlich die wärmenden Sonnenstrahlen am kalten Morgen.

Oh wie schön ist es doch, wenn jedes Jahr nach dem Winter der Frühling wieder kommt.

Projekt Mallorca 2025

Vor einem Jahr entstand die Idee einer Wanderwoche auf Mallorca.

Am 15. März 2025 startete der Flieger mit der Albvereinsgruppe.

Die Spannung und Erwartungen waren groß, ob die „Ballermann-Insel“ wirklich ein lohnendes Wanderziel ist.

Das Erlebte ist kaum in Worte zu fassen. Seien es

  • die Rundumsicht vom Talaia d’Alcudia
  • die steinreichen Steineichenwälder beim Kloster Lluc
  • die Kapelle auf dem Puig Alaro mit bananenschalenfressenden Eseln

 

  • die stürmische Brandung bei Porto Christo
  • der menschliche Orangensaftautomat im Nirgendwo von Soller

 

  • die popokalte Mittagspause an der Cala St. Vicenc
  • die kurzfristig anberaumte Stadtführung in Palma

 

Nach einer Woche „Rund-um-Sorglos-Paket“ mit drei Guides für 15 Personen und unbeschreiblichen Eindrücken stellt sich nur die Frage:

„Wann wird diese Veranstaltung wiederholt?“

Wo aber auch ist der Schlossbuckel in Nehren?

Dieses Rätsel wurde vergangenen Sonntag von Alfred und Christa Blech gelöst.

Am Hang unterhalb des Schlossbuckels zeigte sich bereits der Frühling mit blühenden Schlehen, Forsythien, Schlüsselblumen, Veilchen und Traubenhyazinten.

Was eine Woche warmes Wetter in der Natur bewirken kann, unglaublich.

Etwas weiter oben gibt es, ohne Witz, Ziegen die auf Bäumen stehen und in die Ferne schauen.

Zum Aussichtspunkt führt eine sehr steile Treppe hinauf und das auf einem zertifizierten Premiumweg.

Auf dem Schlossbuckel laden eine Bank und eine Infotafel zum Verweilen ein.

Vom Schlossbuckel hat man eine herrliche Aussicht, aber nicht auf Nehren sondern auf die Alb.

Wer hoch geht, muss auch wieder runter. Der Abstieg über rutschiges Gelände gestaltete sich ähnlich schwierig wie der Aufstieg, halt in die andere Richtung.

Auf der Schlussetappe wurde noch die neue Nehrener Reptilienburg besichtigt. Man darf gespannt sein, wer dort über den Sommer einzieht.

Wer immer noch nicht weiß wo der Schlossbuckel ist, dem sei gesagt, dass der auch den Namen „Firstberg“ trägt.

Neueste Studien haben ergeben, dass

es in Gomaringen mindestens 42 Gastronomiestandorte gegeben hat.

Wer sich an einem Sonntag auf den Weg macht, diese auszukundschaften, begibt sich bei leibe nicht auf eine Sauftour, denn tatsächlich geöffnet haben davon nur sehr wenige.

Viele der ehemaligen Wirtshäuser gibt es nur noch in den Geschichtsbüchern. Umso interessanter ist es, sich mit den Angaben daraus auf die Suche zu machen, denn teilweise sind keine Straßen bekannt, sondern nur die umliegende Nachbarschaft.

Dies macht die Sache besonders diffizil im ehemaligen Zentrum von Hinterweiler, denn dort gab es die Ortsangaben „Im Weiler“, „oben im Weiler“, „mitten im Weiler“ und „unten im Weiler“.

Die neuesten Studien haben auch herausgefunden, dass im Jahre 1854 das ehemalige Gasthaus „Sonne“ von der Schattenseite auf die Sonnenseite der Bachstraße umgezogen ist.

Das Gomaringer Kneipenviertel befand sich von 1700 bis ca. 1830 an der Wiesaz zwischen dem ersten Gomaringer Hirsch und der Sonne. Auf gerade mal 300 m Wegstrecke konnte man sieben Mal einkehren.

Es gab noch viele weitere Entdeckungen, die die Teilnehmenden staunend zur Kenntnis nahmen.

Die kurzfristig eröffnete Sektbar am Stockacher Ortsrand fand ebenso Anklang wie das abschließende Abendessen in einem der ältesten Gasthäuser Gomaringens.
Der Krone.